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Markt Zell im Fichtelgebirge  |  E-Mail: info@markt-zell.de  |  Online: http://www.markt-zell.de

Wappen

Die Entstehung des Zeller Wappens

Im Jahre 1929 wandte sich der Gemeinderat von Zell an das Bayerische Hauptstaatsarchiv und wollte wissen, wie denn eigentlich das Zeller Wappen richtig aussehe.

 

Die Antwort lautete:

Grossansicht in neuem Fenster: Wappen alt

Das wie oben beschriebene Wappen stimme nicht mit der farbigen Wappenabbildung überein, die in der Wappensammlung im Spiegelkabinett des Hauptstaatsarchives für den "Markt Sparneck und Zell" aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts verwahrt wird.

Hier sei das vom Beschauer aus gesehene linke obere und das rechte untere Feld selber und blau gevierteilt, das linke untere Feld zeige ein gestürztes goldenes Herz in Rot, das rechte obere ein gestürztes

rotes Herz in Gold.

 

Eine dritte Darstellung des Wappens von "Zell und Sparneck" finde sich in der im hiesigen Hauptstaatsarchiv verwahrten Matrikel der Städte- und Marktwappen des Königreichs Bayern von F.J.Lipowsky aus dem Jahre 1813 (Bd. 7, Seite 289). Dieses Bild zeige in der Mitte den hohenzollernschen schwarz-weißen Wappenschild, links vom Beschauer aus gesehen ein gestürztes goldenes Herz in Rot, rechts ein gestürztes rotes Herz in Gold, das ganze umschlossen von einem links goldenen, rechts rotem Flug. Alle diese Wappenbilder entsprechen aber nur teilweise der historischen Überlieferung. Nach dieser führten die Märkte Sparneck und Zell nämlich im 16. Jahrhundert ein gemeinsames Siegel mit der Umschrift "S. Sparneck und Zell". Ein solches Siegel sei erhalten in der Siegelsammlung des schlesischen Museums in Breslau, eine Abbildung hiervon befinde sich im Besitze des bekannten Heraldikers Professor Hupp in Schleißheim. Das Wappen zeige im Schilde einen offenen Flug, jeder Flügel belegt mit einem Sparren, der Helmzier der Freiherrn von Sparneck. Die Umschrift dieses Wappens lautete: "S Sparneck und Zell". Denselben Flug, aber statt des Sparrens mit je einem gestürzten Herzen belegt, zeigt ein vom Hofmaler J.C.Reiß, Bayreuth, gestochener Kalenderrahmen vom Ende des 18. Jahrhunderts, der das Vorbild für die Darstellung in Lipowskys Matrikel wurde. Der Flug im Wappen der Herren von Sparneck war silbern mit rotem Sparren, ebenso wie ihr Schild. Bei Reiß ist das Feld für die Herzen golden schraffiert, diese selbst sind weiß gelassen. Erst später taucht die wechselnde Färbung auf. Diese Herzen wurden dann im 19. Jahrhundert irrtümlicherweise für stiellose Blätter gehalten. Seit 1914 enthalten die Dienstsiegel eine weitere Verzerrung, weil die einst schwarzen und später blauen Viertel im Zollernschild die Schraffierung Rot zeigen. Hupp hat 1929 für den Markt Zell nur das Wappen von 1819 abgebildet. Die Gemeinde hätte zur Wiederaufnahme des historischen Wappens eine Genehmigung des damaligen Staatsministeriums des Innern mit einer Wappenskizze mit den historischen, heraldischen und künstlerischen Anforderungen vorlegen müssen. Dies ist nicht geschehen, so dass sich das Wappen allmählich in Zell eingebürgert hat.

 

Grossansicht in neuem Fenster: WappenDas heutige Wappen ist gevierteilt, wobei die Felder 1 und 4 (vom Betrachter aus gesehen links oben und rechts unten) wiederum gevierteilt sind von Silber und Rot. Das linke untere Feld zeigt ein silbernes Blatt in Schwarz, das rechte obere Feld zeigt ein schwarzes Blatt in Weiß. Das heutige Wappen ist historisch auch zu rechtfertigen, da Rot und Silber auf die Farben im Stammwappen der Sparnecker, Silber und Schwarz auf den quadrierten Schildern der Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth als der früheren Landesherren bezogen werden können.

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