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Markt Zell im Fichtelgebirge  |  E-Mail: info@markt-zell.de  |  Online: http://www.markt-zell.de

OT Friedmannsdorf

Friedmannsdorf

Die frühere selbständige Gemeinde Friedmannsdorf

mit Rieglersreuth und Mödlenreuth












Einwohnerstand (31.12.2014)

Friedmannsdorf

100

Einwohner
Mödlenreuth

38

Einwohner
Rieglersreuth

23

Einwohner







Geschichte von Friedmannsdorf

Das Dorf "Friedmannsdorf" hat einen deutschen Personennamen im Bestimmwort und könnte infolgedessen noch dem 11. Jahrhundert angehören. In den westlich von uns gelegenen Gebieten kommen Ortschaften mit der Endung "-dorf" wesentlich häufiger vor; sie sind dort in ihrer Masse der karolingischen Epoche zuzurechnen. Ihre der Siedelbewegung entsprechende fortschreitende Abnahme von West nach Ost läßt deutlich erkennen, daß sie bei uns erst der Zeit nach 1000 zugezählt werden dürfen. Friedmannsdorf lag im Hochgerichtsbezirk Münchberg. Die Herren von Hirschberg hatten zwar um 1317 in der Herrschaft Münchberg und in den benachbarten Hochgerichtsbezirken eine Anzahl Reichslehen, u.a. auch in Tannenreuth, Walpenreuth, Großenau und Friedmannsdorf. Die Herkunft dieser Reichslehen ist jedoch ungewiß. Ob sie die Herren von Waldstein oder von Sparnberg schon von 1220 innehatten oder ob sie anläßlich einer Erbteilung zwischen den sich spaltenden Familien von Sparneck und von Hirschberg an diese gekommen sind, ist zweifelhaft. Zu überlegen wäre, ob die Herren von Hirschberg diese Reichslehen unmittelbar von unbekannten Vorbesitzern, etwa den Walpoten oder ihren Ministerialen, den Herren von Schlegel oder von Münchberg, erworben haben.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1317. In diesem Jahr nehmen die Herren von Hirschberg zwei Höfe in Fritlasdorf zum Reichslehen. 1346 kam dann der Ort durch Verzicht an das Kloster Waldsassen und wird ab da als Fridehalmsdorf bezeichnet. Im Rahmen der Zurückerwerbung durch die Herren von Hirschberg tauchen in deren Lehenbuch weitere Ortsbezeichnungen wie Frumersdorf oder Pfrimmersdorf auf. Am 12. Juli 1361 verkaufte Hans von Sparneck mit seinen Söhnen Hans, Rüdiger und Nikol u.a. auch Güter in Frymmersdorf (= Friedmannsdorf) an den in der Nähe von Asch sitzenden Konrad von Neuberg und seine Gemahlin Petrissa gegen Wiederlösung innerhalb zweier Jahre. Von den Herren von Sparneck wurde auch in dem zum Münchberger Sprengel gehörenden Dorfe Zell eine neue Pfarrei eingerichtet, zu der wahrscheinlich schon damals die Orte und Einöden Zell, Steinbühl, Ober- und Unterhaid, Walpenreuth, Großenau, Mödlenreuth, Rieglersreuth, Buchecker Mühle, Friedmannsdorf, Groß- und Kleinlosnitz, Erbsbühl, Schnackenhof, Reinersreuth und Immerseiben geschlagen wurden (nach einem Verzeichnis der eingepfarrten Orte vom 03.07.1774, StAB, Standbuch Nr. 7260, S. 109 ff.). Im Jahre 1692 erscheint Fridmannsdorf und 1797 wird dann schließlich die heutige Bezeichnung Friedmannsdorf aufgeführt Damals hatte das Dorf 25 Wohnhäuser und 109 Einwohner. Nach Deutung durch Studienrat Schubert aus Hof zerlegt sich die ursprüngliche Bezeichnung des Ortsnamens in: Frit - las - dorf Frit: ältere Bezeichnung für Zaun (mittelhochdeutsch - vride - Einzäunung/Einfriedung) las: Auslaß (Weide/Weideplatz) Nach dieser Auslegung hieß der Ort somit "Dorf bei den eingezäunten Weiden". Als die Waldsassener 1346 das Dorf übernahmen und es Fridehalmsdorf bezeichnen, also das "las" mit dem "halm" tauschten, könnten sich die Ur-Friedmannsdorfer von Weidebauern in Ackerbauern gewandelt haben. Allerdings gibt es auch andere Vermutungen. Es könnte die Ansiedlung auch auf eine Klostergründung zurückzuführen sein, denn in der Gemarkung Friedmannsdorf kommt die Flurbezeichnung "Kleine Zell" vor. So könnte das Friedmann vom friedlichen Mann (Mönch) entliehen sein.

Wo jetzt Friedmannsdorf steht, soll einst ein Haus, inmitten einer unwirtlichen, waldigen Gegend gestanden haben. Hier hauste ein Mann namens Friedmann, nach ihm wurde später der Ort benannt. Alte Leute wissen noch zu berichten, daß einst ein Markgraf hier zur Jagd war. Er ist mit seinen Begleitern an diesem Hause vorbeigekommen. Der Hunger plagte die Jagdgesellschaft. Sie verlangten von dem Besitzer einen Imbiß. Sieben Würste waren noch im Haus und welcher Zufall - sieben Herren waren es, so daß jeder eine Wurst bekam. Der Markgraf hatte so seine Freude darüber, daß er aus Dankbarkeit das Wohnhaus des Wirtes massiv bauen ließ, mit einem Anschlag "Zu den sieben Würsten". Seitdem führte das Gasthaus diesen Namen, bis es in einen "Goldenen Löwen" umbenannt wurde.

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