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Markt Zell im Fichtelgebirge  |  E-Mail: info@markt-zell.de  |  Online: http://www.markt-zell.de

am Haidberg

Lehrpfad am Haidberg

Der Haidberg ist am Rande des Naturraumes Fichtelgebirge mit 697 m ü.NN Höhe ein markanter landschaftlicher Bestandteil der Münchberger Gneismasse. Er besteht aus Serpentinit, einem grünblauen Gestein, das seinen Namen vom lateinischen Wort serpens = Schlange ableitet, weil die Oberfläche der Haut einer Schlange ähnlich ist. Eine geologische Besonderheit ist der eingelagerte Magnetit, der selbst in kleinen Gesteinsbrocken die Kompassnadel aus ihrer wahren Richtung drängt.


Dies ist schon dem großen Naturforscher Alexander von Humboldt aufgefallen, der 1797 den Haidberg besuchte.


Aus einer Aufzeichnung des Heimatforschers Johann Helfrecht aus dem Jahre 1799 erfahren wir, dass der gesamte Haidberg kahl war und von den umliegenden Bauern als Viehweide genutzt wurde. Auch die Zeller Flurkarte von 1857 weist den Haidberg noch als unbewaldete Fläche aus. Erst um die Jahrhundertwende bewaldete sich durch die zurück gehende Beweidung der Bergrücken nach und nach mit Kiefer und Fichte. Es blieben jedoch bis heute größere Freiflächen erhalten, die man wegen ihres spärlichen Wuchses und ihrer Flachgründigkeit Magerrasen nennt. Magerrasenstandorte auf Serpentinit stellen in Deutschland eine ausgesprochene botanische Seltenheit dar und sind zu schützen und zu erhalten.


Zur weiteren Entwicklung wurde in den letzten Jahren der gesamte Südhang stark aufgelichtet und beweidet. Hiermit wird die seltene Artenkombination aus Pflanzen gefördert, die auf trockenen, nährstoffarmen und saueren Böden ihr Vorkommen haben. Durch die Freistellungen blühen am Haidberg wieder lichtbedürftige Pflanzenarten wie Heidekraut und Schneeheide, der seltene Zwergbuchs oder die Rote-Liste-Art Arnika.


Der sich nach Osten anschließende 1983 stillgelegte Serpentinit-Steinbruch wird als bedeutender geologischer Aufschluss erhalten. Durch den Gesteinsabbau entstand hier ein wertvoller Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten, die an trockene und warme Standorte gebunden sind. Das Steinbruchgelände ist für Besucher nicht zugänglich, da felsbrütende Vogelarten und selten gewordene Reptilien hier ihr Rückzugsgebiet finden.

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